Insektensterben – und was wir dagegen tun können

Hast du es in diesem Frühling überall Summen gehört? Nein? Das könnte daran liegen, dass die Anzahl und der Artenreichtum der Insekten stark zurückgegangen ist. Insektensterben ist ein Thema, das in den vergangenen Jahren, vor allem aber signifikant in den letzten Monaten in den Fokus der Medien gerückt ist. Laut NABU ist die Biomasse der lebenden Insekten in den letzten 15 Jahren um erschreckende 80% zurückgegangen. Solch ein komplexes Thema in einem einzelnen Blogpost zu behandeln ist zwar schwer, doch möchten wir gerne unsere Leser informieren und Stellung dazu nehmen.

StadtFarm Smart Urban Farming Biene

Folgen des Insektensterbens

Fakt ist: Fehlen die Insekten, gerät die komplette Nahrungskette ins schwanken. Viele Folgen des drastischen Insektensterbens sind bereits eingetreten.
Ohne Schmetterlinge, Bienen und Co, können Pflanzen nicht mehr bestäubt werden. Heimischen Vögeln und Reptilien mangelt es an Nahrung für sich selbst und und ihre Jungtiere, wodurch auch bei diesen Arten ein deutlicher Rückgang der Population zu beobachten ist. Auch die Insekten, die abgestorbene Pflanzen in Humus umwandeln oder Kadaver zersetzen, werden weniger. Daraus resultiert, dass der Boden immer unfruchtbarer wird oder sich Krankheiten ausbreiten können.
Die Natur gerät ins Ungleichgewicht und in eine stetige Abwärtsspirale.

Ursachen des Insektensterbens

Doch wie konnte es soweit kommen? In der Landwirtschaft wurden in den letzten Jahrzenten schwerwiegende Fehler gemacht, deren Folgen wir nun umso mehr spüren. Ein wesentlicher Grund ist die Ausrichtung der Landwirtschaft auf Monokulturen. Je weniger Arten an Pflanzen angebaut werden, desto weniger divers sind die Nahrungs- und Nistmöglichkeiten für Insekten.
Ein weiterer großer Faktor ist der Einsatz von Pestiziden. Pestitzide bekämpfen und schädigen alle Insekten, besonders stark trifft es für die Bestäubung so wichtigen Hummeln und Bienen, da sie unter den sogenannten Neonicotinoiden leiden, die häufig zum Einsatz kommen.
Hinzu kommen die Einschränkung natürlicher Lebensräume.

StadtFarm Smart Urban Farming Schmetterlinge

Einerseits ist damit die Verdichtung von Agrarfläche und Versiegelung von Boden und der damit einhergehende Rückgang der Natur gemeint, aber auch die Veränderung vom Mikrohabitat Pflanze durch Überdüngung, genetischer Veränderung und Herbizide.
Die vollständige Bandbreite der Ursachen von Insektensterben ist noch viel größer.

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Das tut die StadtFarm gegen Insektensterben

Die StadtFarm steht für maximale Biodiversität. In unseren Gewächshäusern möchten wir so viele unterschiedliche Organismen wie möglich vereinen. Dazu zählt nicht nur, dass wir verschiedenste Sorten an Gemüse, Salaten und Kräutern anbauen, sondern auch diverse Insektenarten – Nützlinge als auch Schädlinge – zulassen. Wir arbeiten nach dem Prinzip des integrierten Pflanzenschutzes. In unserem nachhaltigen Kreislauf kommen keine Pestizide oder andere schädliche Stoffe zum Einsatz. Nützlinge werden präventiv eingesetzt, um eine Ausbreitung von Schädlingen zu verhindern. Momentan bringen wir noch Insekten von außen ein, doch forschen wir daran, wie wir gezielt Nützlinge anziehen können.

Falls es doch einmal zu Schädlingsbefall kommt können wir in Kooperation mit Experten mit den richten Insekten kurativ eingreifen. Insekten wie verschiedene Fliegenarten, Bienen und Hummeln bestäuben unsere Pflanzen. Zwischen den Tomaten, Gurken und Paprika hört man es im Frühjahr ordentlich summen.
Unsere StadtFarm Bienen produzieren Honig und machen sich gleichzeitig in der direkten Umgebung nützlich, indem sie beispielsweise die Pflanzen im Landschaftspark Herzberge und darüber hinaus bestäuben.

Das kannst du für Insekten tun

Mit kleinen Maßnahmen kannst auch du bereits viel für Insekten tun.
Verzichte auf schädliche Mückensprays sondern setze auf natürlichen Insektenschutz durch beispielsweise Kräuterdüfte von Lavendel oder Salbei. Biete den verschiedenen Insektenarten in der Stadt bewusst Rückzugsräume. Für Käfer, Fliegen, Wespen und Genossen ist ein unordentlicher Garten ein guter Garten. Lass deinen Rasen länger wachsen und biete Insekten mit einer Wildblumenwiese Nahrung. Je mehr Arten an Pflanzen in deinem Garten wachsen, desto diversere Insektenarten ziehst du an. Insekten brauchen natürliche Unterschlüpfe wie Hecken, Totholz, Laub- und  Steinhaufen, Tontöpfe und Co. Alternativ kannst du ein Insektenhotel bauen.

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Verzichte auf Pestizide, sondern wende in deinem Garten oder bei deinen Balkonpflanzen natürlichen Insektenschutz wie Kräutertinkturen an. Neemöl oder Essig hilft bei Schädlingsbefall. Auch seit jeher bekannte Anbaumethoden wie Fruchtwechsel und Mischkulturen sorgen für gesundes Wachstum. Bestimmte Pflanzen passen besonders gut zusammen, da die eine Pflanze Nützlinge für die andere anziehen kann.
Hast du keinen Garten und bist vorrangig Konsument kannst du auch einen Beitrag leisten, indem du Gemüse, Obst und Co. nur bio oder aus Produktionen kaufst, bei denen keine Pestizide zum Einsatz kommen. Auch in der StadtFarm kannst du mit gutem Gewissen kaufen.

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Ausblick

Mit unserem nachhaltigen Kreislauf versuchen wir, einen Denkanstoß zu geben, wie die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung auch in Zukunft gesichert werden kann – und das ohne die Natur zu schädigen.
Vorrangig muss in der Politik weltweit und in den Führungsetagen der Big Player in der Landwirtschaft ein Umdenken stattfinden.
Schon Albert Einstein sagte “Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.
Und so einfach wie kompliziert ist es: Wir müssen die Insekten und die gesamte Natur schützen, damit wir Menschen auch in Zukunft eine Lebensgrundlage haben.